Sebastian A. Götz

Bestattungsfachkraft

Visionär

Vorreiter

Entrepreneur

Sebastian A. Götz

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Publikation

Firmenrisiko Insolvenz

Firmenrisiko Insolvenz

Viele Bestattungsunternehmer bemühen sich in der Start-up Phase und entwerfen Business-Pläne, sorgen für ausreichende liquide Mittel und arbeiten meist weit über die für Angestellte Mitarbeiter geltenden Höchstarbeitszeiten. Viele schaffen es diese schwierige Zeit zu durchbrechen und etablieren ein Bestattungshaus am Markt. Viele Jahre wirft dieses auch für den Inhaber eine akzeptable Rendite ab.

Doch wie so oft in der Zeit etabliert sich ein neues Unternehmen am Markt und die Umsatzzahlen brechen daraufhin ein oder die stetig steigenden Lohnkosten kennen keine Grenzen mehr. Eventuell sind auch zu hohe Privatentnahmen schuld daran oder ein Gebäudeschaden ist mangels passender Versicherung nicht mehr nutzbar und kann aufgrund fehlender Mittel nicht mehr renoviert werden mit der Folge, dass die Wertschöpfung des Unternehmens daraufhin stillsteht.

Selbstverständlich gibt es viele weitere Szenarien für eine Unternehmenskrise. Auch ein Ausfall des Firmeneigentümers durch Krankheit kann in einem kleinen Bestattungsunternehmen das Haus schnell in Schieflage bringen und ein Unternehmen in eine Insolvenz führen.

Wie kann ich eine Krise erkennen?

Eine Krise entwickelt sich nur selten von heute auf Morgen. Dies ist meist nur bei Schadensfällen wie Brand oder beim Verlust von wichtigem Personal der Fall. Meist baut die Unternehmenskrise jedoch auf einem längeren Prozess auf, welcher mit einer Strategiekrise beginnt.

Denn auf dem heutigen Markt finden ständig Veränderungen statt auf diese ein Unternehmer reagieren muss. Tut er dies nicht, können mit dieser Reaktion die Erfolgsfaktoren des Unternehmens gefährdet werden. Durch diese sinkenden Umsatzerlöse verringern sich die Einnahmen. Meist wird dann durch vermehrte Marketing-Aktivitäten versucht gegenzusteuern, was parallel die Ausgaben erst einmal ansteigen lässt. Hierdurch sinkt zwangsläufig das Eigenkapital des Unternehmens (Einnahmen<Ausgaben).

Nun muss der Unternehmer die Liquidität durch Fremdfinanzierungen sichern, welche wiederum die Kreditlinien überschreiten können. Jede Bank und jeder Kreditgeber wird daraufhin erst einmal die Kreditrestriktionen verändern und weitere Sicherheiten oder ein Sanierungsgutachten (IDW S6) verlangen. Wie unschwer zu erkennen hat sich eine kleine Krise schnell durch eine Spirale in eine Insolvenzgefahr verwandelt.

Symptome einer Krise:

  • fehlende Unternehmensstrategie
  • Verlust von Marktanteilen
  • mangelndes Eigenkapital
  • Zunahme von Reklamationen
  • Schlechte Beschaffungskonditionen
  • Kein Ausnutzen von Skonti
  • Lohnzahlungen bleiben aus
  • Sinkende Kreditlinien
  • sinkende Rentabilität
  • Hohe Außenstände
  • uvw.

Was kann ich in einer Krise tun?

Der erste Schritt ist das erkennen und akzeptieren der Situation. Es bringt nichts den Kopf in den Sand zu stecken. Als Erstes muss man sich einen Blick über die aktuelle Lage verschaffen. Ziehen Sie hierzu nicht Ihr Bauchgefühl heran.

Nutzen Sie quantitative Faktoren wie Umsatzzahlen, offene Positionen, Zahlungseingänge, etc. Hierbei können Sie einen ersten sachlichen Blick auf die Unternehmenslage richten. Nun kommt es insbesondere auch auf das aktuelle Stadium der Krise an. Meist finden folgende „Standard“-Maßnahmen statt:

  • Einnahmen steigern
  • Kosten senken
  • Außenstände eintreiben
  • Einlagen erhöhen oder weiteren Kreditgeber finden
  • Kredittilgung anpassen

Als ob die Unternehmenskrise nicht schon schlimm genug wäre, dürfen Sie auch einige Straftatbestände nicht außer Acht lassen:

  1. Betrug nach § 263 StGB (Verschweigen einer Krisensituation gegenüber Gläubigern)
  2. Untreue nach § 266a StGB (Einbehalten von Lohnsteuer, Sozialbeiträgen)
  3. Untreue nach § 266 StGB (Rückzahlung von Gesellschaftsdarlehen)
  4. Insolvenzantragspflicht bei juristischen Personen nach § 15a InsO
  5. Sittenwidrige Schädigung durch Insolvenzverschleppung nach § 826 BGB
  6. auch immer wichtiger sin die § 30 ff. GmbHG

Hilfreiche Ratschläge

Es macht durchaus Sinn sich professionelle Hilfe zu suchen. Erstens ist ein fremder Blick häufig sehr hilfreich, ein Berater kann Ihnen viele Tipps und Tricks nennen und zweitens setzen dies Ihre Kreditgeber für weitere Unterstützungen meist voraus. Denn kein Geldgeber investiert in ein unrentables und bankrottes Unternehmen.

  • Schaffen Sie vertrauen und verschweigen Sie keine wichtigen Tatsachen.
  • Schätzen Sie die Zukunft realistisch ein.
  • Informieren Sie Ihre Bank frühestmöglich.
  • Schränken Sie in Krisenzeiten Ihren Privatkonsum ein und verringern Sie Privatentnahmen.
  • Sprechen Sie vor dem überziehen Ihrer Kreditlinie mit Ihrer Bank.
  • Treten Sie niemals Forderungen doppelt ab!
  • Führen Sie für Außenstände ein Forderungsmanagement ein.
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4 Comments
  • Martin 18:59 28. März 2019 Antworten

    indertat ist es für uns bestatter sehr viel härter geworden. hab schon einige bestatter die letzten jahre gehen sehen. deine tipps sind auf jedenfall goldrichtig. weiter so. deine beiträge sind alle kurz und knackig. alees wichtige ohne lange texte. freue mich auf die nächste bestattermesse. vielleicht sieht man sich ja wieder. gruß aus hannover, martin

    • SAGoetz 10:38 29. März 2019 Antworten

      Hallo Martin, danke für deinen netten Text. Ich freue mich auf die nächste Messe und werde dir rechtzeitig bescheid geben. Viele Grüße aus Stuttgart, Sebatian

  • Waldemar 10:44 6. Juli 2019 Antworten

    Ein Bekannter hatte selbst einmal durch Konkurrenz solche Probleme und der Punkt frühzeitig mit der Bank reden ist definitiv Gold wert. Es hatte damals alles in guter Zusammenarbeit funktioniert. Das Bestattungshaus gibt es heute noch übrigens. Leider wird über solche Themen nie geredet.

  • G. Smith 10:49 6. Juli 2019 Antworten

    Hello Sebastian,
    the text has succeeded you very well again

    Greetings from London 🙂
    Gordon

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