Sebastian A. Götz

Bestattungsfachkraft

Visionär

Vorreiter

Entrepreneur

Sebastian A. Götz

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Publikation

Grabarten in Deutschland

Grabarten in Deutschland

Die verändernde Bestattungskultur hat natürlich einen großen Einfluss auf die Grab- und Bestattungsarten in Deutschland. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich eine Vielfalt an Beisetzungsmöglichkeiten entwickelt. Bei der Erdbestattung sind normale Gräber, Grüfte und Mausoleen der Standard. Zwar gibt es mittlerweile auch bei Erdbestattungen Rasengräber, Gemeinschaftsgrabanlagen und Ähnliches, aber die große Entwicklung an Grabarten fand bei der Feuerbestattung mit den darauffolgenden Urnenbeisetzungen statt.

Denn heutzutage haben die Menschen die Möglichkeit, aus einem umfassenden Angebot an Beisetzungsmöglichkeiten auszuwählen. Sei es ein normales Erdgrab, eine Gemeinschaftsgrabanlage, oder eine Urnenstele, selbst eine Wald- oder Seebestattung ist heutzutage möglich und finanzierbar.

Grundsätzlich richtet sich die Bestattungsart nach dem Willen der verstorbenen Person. Ist dieser den Angehörigen nicht bekannt, so müssen die bestattungpflichtigen Angehörigen die Bestattungsart bestimmen. Sollten Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Familie auftreten ist, beispielsweise nach dem Bestattungsgesetz Baden Württemberg, zunächst nur eine Erdbestattung zulässig, sofern ein Gericht nichts anderes entscheidet. Das ein Gericht die Bestattungsart festlegen muss ist jedoch eine absolute Ausnahme und heutzutage sehr selten.

Schauen wir uns doch einmal gemeinsam die verschiedenen Grabarten an. Welche Unterscheidungen gibt es und worauf sollte man achten? Nachfolgend finden Sie die verschiedenen Grabarten im Porträt. Die Bestattungsarten Erdbestattung und Feuerbestattung werden gesondert ausführlich behandelt.

Anmerkung an die Leser

Diese Seite wird regelmäßig aktualisiert und ergänzt. Aktuell sind jedoch noch nicht alle Möglichkeiten in der Liste. Ich bitte dies zu entschuldigen.

Erdwahlgrab

Bei einem Erdwahlgrab haben Sie die Möglichkeit sich die Lage des Grabes auszusuchen. In diesem Grab sind mehrere Bestattungen möglich. Hierbei muss jedoch wieder die Ruhefrist ausreichend verlängert werden. In einem Erdwahlgrab können auch Urnen beigesetzt werden.

Ebenfalls sind auch größere Grabflächen wie beispielsweise Doppelgräber und Ähnliches möglich.

Pro:

  • Grablage wählbar
  • Nutzungsrecht verlängerbar
  • Weitere Bestattung möglich

Contra:

  • Teurer als ein Erdreihengrab

Erdreihengrab

Bei einem Reihengrab wird die Lage des Grabes vom Friedhof vorgegeben. In diesem Grab kann nur eine Bestattung stattfinden. Es sind keine größeren Grabflächen pachtbar. Nach Ablauf der Ruhefrist wird das Grab eingeebnet und an die Friedhofsverwaltung zurückgegeben.

Pro:

  • Günstiger als ein Erdwahlgrab

Contra:

  • Grablage wird vorgeschrieben
  • Nutzungsrecht nicht verlängerbar
  • Nur eine Bestattung möglich

Gruft

Die Gruft ist ein unterirdischer ausgemauerter Raum, in dem eine verstorbene Person bestattet wird. Der Sarg kommt bei dieser Bestattungsart mit dem umliegenden Erdreich nicht in Berührung. Daher sind bei solchen Bestattungen meistens Zinksärge oder Steinsarkophage vorgeschrieben. Es gibt Grüfte die begehbar sind. Meistens besteht die Gruft jedoch aus einem normalen Erdwahlgrab, welches ausgemauert wurde.

Pro:

  • Langfristige familiäre Beisetzungsstätte
  • Ruhige und abgeschottete Räumlichkeiten

Contra:

  • Sehr hohe Kosten bei Erwerb und Unterhalt
  • Friedhof muss dem Bau zustimmen

Mausoleum

Das Mausoleum grenzt sich von der Gruft insofern ab, dass die Gruft unterirdisch und das Mausoleum oberirdisch errichtet wird. Es ist also ein monumentales Grabmal in gebäudeform. Mausoleen können mehrere Zwecke erfüllen. Oftmals steht nicht nur das Totengedenken im Vordergrund.

Auch die Repräsentation, die Erinnerung an die Vergangenheit oder der Appell an die Nachwelt spielen häufig eine wichtige Rolle. Mausoleen stehen heutzutage meist unter Denkmalschutz.

Pro:

  • Langfristige Erinnerungs- und Pilgerstätte
  • Große Gestaltungsmöglichkeiten

Contra:

  • Sehr hohe Kosten bei Erwerb und Unterhalt
  • Grab wird häufig als Sehenswürdigkeit gewertet
  • Friedhof muss dem Bau zustimmen

Urnenwahlgrab

Bei einem Urnenwahlgrab haben Sie dieselben Möglichkeiten wie bei einem Erdwahlgrab. Die Lage des Grabes ist auf den zur Verfügung stehenden Friedhofsflächen frei wählbar. Auch sind in einem Urnenwahlgrab mehrere Urnenbeisetzungen möglich, wenn die Ruhefrist für eine erneute Bestattung ausreichend verlängert wird.

Bei Urnenwahlgräbern haben Sie ebenfalls die Möglichkeit größere Grabflächen zu pachten.

Pro:

  • Grablage wählbar
  • Nutzungsrecht verlängerbar
  • Weitere Urnenbeisetzung möglich

Contra:

  • Teurer als ein Urnenreihengrab

Urnenreihengrab

Die Grablage wird bei einem Urnenreihengrab von der Friedhofsverwaltung vorgegeben. Bei dieser Grabart kann nur eine Urnenbeisetzung stattfinden. Auch sind keine größeren Grabflächen pachtbar.

Nur in selten Fällen, in denen die Friedfhofssatzung eine weitere Beisetzung erlaubt und die verstorbene Person ein kürzeres Nutzungsrecht hat (bspw. Kinder), wäre eine weitere Beisetzung in demselben Urnenreihengrab möglich.

Nach Ablauf der Ruhefrist wird das Urnenreihengrab eingeebnet und automatisch an die Friedhofsverwaltung zurückgegeben.

Pro:

  • Günstiger als ein Urnenwahlgrab

Contra:

  • Grablage wird vorgeschrieben
  • Nutzungsrecht nicht verlängerbar
  • Nur eine Beisetzung möglich

Urnengemeinschaftsanlage

Heutzutage werden Urnengemeinschaftsanlagen meist als Gesamtpaket angeboten. Hierbei ist häufig die Grabstätte, die Grabpflege, und der Grabstein bzw. die namentliche Nennung enthalten. Die Anlage besteht meist aus einer Rasenfläche oder bodendeckenden Pflanzen und es wird des Öfteren mit Wasserflächen gearbeitet. Manchmal werden auch Kunstwerke aus Steinformation oder Ähnlichem gebaut.

Der Vorteil einer Urnengemeinschaftsanlage liegt ganz klar in der fehlenden Grabpflege. Gerade bei größeren Anlagen entstehen häufig auch neue Bekanntschaften durch regelmäßiges Treffen an der Grabstätte. Meist sind die Kosten dieser Grabstätte jedoch aufgrund des Gesamtpaketes teuer.

Pro:

  • Keine Grabpflege notwendig
  • Schöne Gestaltung der Grabstätte

Contra:

  • Hohe Grabkosten durch Gesamtpaket
  • Individuelle Wünsche meist nicht möglich

Kolumbarium & Urnenstele

Das Kolumbarium und die Urnenstele sind in dem südländischen Raum weit verbreitet. Es stellt ein oberirdisches Bauwerk dar, bei dem die Grabkammern reihenweise nebeneinander und übereinander angeordnet sind. Häufig wird dies auch Urnennische oder Urnenwand genannt. Diese Grabart wird heutzutage immer mehr nachgefragt. Denn durch den Verschluss mit einer Marmorplatte fällt keine Grabpflege an.

Die Urnenstele grenzt sich insofern von einem Kolumbarium ab, das die Urnenstele eher eine schmale Säule ist und kein größeres Bauwerk darstellt. Ein Kolumbarium besitzt eine viel größere Grundfläche und stellt eher ein Gebäude dar.

Pro:

  • Keine Grabpflege notwendig
  • Beisetzung in einem schönen Bauwerk

Contra:

  • Es sind meist nur Verschlussplatten nach Vorgaben gestaltbar
  • Grabkosten meist im höheren Bereich

Seebestattung

Bei einer Seebestattung wird die Urne der See bzw. dem Meer übergeben. Hierfür ist eine spezielle Urne notwendig. Diese muss beispielsweise aus Anhydrit oder ähnlichem Material bestehen, welches sich im Wasser auflöst. Hierdurch ist sichergestellt, das sich die Asche vollständig mit dem Wasser verbindet und keinerlei Rückstände auf dem Meeresboden verbleiben. Trotz dieser Anforderungen gibt es nur spezielle Bereiche in denen eine Urnenbeisetzung stattfinden darf.

Dieses Gebiet muss außerhalb der Dreiseemeilenzone liegen und darf bis zur zwölf Seemeilen Grenze reichen. Außerhalb dieser Grenze liegt die ausschließliche Wirtschaftszone. Diese kommt als Seebeisetzungsgebiet nur selten vor. Der Zeitpunkt und die geografische Lage der Beisetzung werden mit den personenbezogenen Daten der verstorbenen Person im Schiffslogbuch eingetragen. Dies wird durch einen Zeugen bestätigt. Die Angehörigen erhalten meist von der Seebestattungsrederei eine Seekarte, auf der das Beisetzungsgebiet markiert wurde.

Pro:

  • Keine Grabstätte und somit keine Grabpflege notwendig
  • Asche und Urne verbindet sich vollumfänglich mit dem Wasser
  • Namentliche Nennung bei Seebestattungsgedenkorten meist möglich

Contra:

  • Keine direkte Grabstätte als Anlaufstelle für die Angehörigen
  • Teilweise teurer als ein Grab auf einem Friedhof
  • Nicht jeder Beisetzungsort ist erfüllbar

Aschestreuwiese

Das verstreuen von Asche auf einer Wiese innerhalb eines Friedhofs ist in Deutschland laut Bestattungsgesetz in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen erlaubt. Beispielsweise auf dem Westfriedhof in Rostock. Hierbei versammeln sich die Angehörigen am Rande einer Wiese und der Friedhofsmitarbeiter verstreut hierauf mit einer speziellen Streuurne die Asche.

Normalerweise ist das Beisetzen der Asche ohne Urne in Deutschland nicht erlaubt. Da jedoch die oben genannten Bestattungsgesetz zu DDR-Zeiten im Vergleich zu den anderen deutschen Bestattungsgesetzen liberaler waren und diese Gesetzestexte fast unverändert bei der nachfolgenden Gesetzesänderung übernommen wurden, ist aktuell auch in Rostock das Verstreuen der Asche ohne Aschekapsel auf einer Friedhofsfläche möglich.

Pro:

  • Grabpflege wird durch den Friedhof organisiert
  • Keine Fremdrückstände im Boden (Aschekapsel, Schmuckurne)

Contra:

  • Individuelle Gestaltung der Grabstätte ist nicht möglich
  • Asche wird in der Öffentlichkeit verstreut

Beisetzung auf privaten Grundstücken

Bremen ist einen neuen Weg gegangen und hat im Jahre 2015 das Bestattungsgesetz liberalisiert. Denn hier ist nun das Verstreuen der Asche auf einem privaten Grundstück unter strengen Auflagen erlaubt. Hierzu muss jedoch der Verstorbene zu Lebzeiten:

  1. eine schriftliche Verfügung verfasst haben,
  2. einer Person das Totenfürsorgerecht übertragen haben,
  3. eine Zustimmungserklärung des Grundstückseigentümers vorlegen,
  4. eine eidesstattliche Versicherung abgeben.

Sobald diese vier Punkte vorliegen kann das Verstreuen der Asche auch auf einem privaten Grundstück (Garten, Wiese oder Ähnliches) vorgenommen werden. Dies ist in Deutschland aktuell noch einmalig.

Pro:

  • Beisetzung im privaten Rahmen
  • Wunsch des Verstorbenen kann berücksichtigt werden
  • Keine Grabgebühren und keine Grabpflegekosten
  • Verstorbene Person ist Zuhause und in der Nähe

Contra:

  • Hohe bürokratische Hürden
  • Private Grundstücke werden zu Trauerorten, auch nach einem Umzug
  • Kontrollmöglichkeiten der Beisetzungen durch Behörden sinken.
  • Problematisch bei Besuch von Trauernden, da Privatgrundstück
  • Friedhof verliert langfristig als Trauer- und Erinnerungsort an Wert

Naturgräber

Wanderer und Naturliebhaber haben heutzutage die Möglichkeit, in einem Wald ihre letzte Ruhestätte zu finden. Hierfür gibt es Anbieter wie beispielsweise Friedwald oder Ruheforst. Gerade der fehlende Friedhofscharakter und die Naturnähe erleichtern vielen Menschen den Besuch der Grabstätte. Für eine Beisetzung in einem Wald werden spezielle Urnen benötigt, welche von den jeweiligen Unternehmen bereitgestellt werden.

Die Grabkosten unterscheiden sich bei Naturgräbern im Wald insbesondere durch die Stärke und Art des Baumes. Ebenfalls beeinflusst die Lage den Preis. Man sollte beachten, dass Naturgräber in den Wintermonaten teilweise schlecht begehbar sein können. Gerade für Personen, die schwer zu Fuß oder auf einen Rollstuhl angewiesen sind, kann dies zu Problemen führen. Dies sollte bei der Baumauswahl vor Ort berücksichtigt werden.

Pro:

  • Naturnahe Bestattung
  • Kein Friedhofscharakter
  • Namentliche Nennung auf Namenstafel

Contra:

  • Im Winter schlechte Erreichbarkeit
  • Keine Grabanlage möglich

Anonyme Grabfelder

Aufgrund der in der Bestattungskultur genannten Gründe nehmen anonyme Bestattungen heutzutage immer mehr zu. Bei dieser Beisetzungsart erfolgt nach der Einäscherung die Beisetzung der Urne unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Angehörige können also nicht dabei anwesend sein. Bei dieser Beisetzungsart findet auch keine namentliche Nennung statt. Meist werden diese Gräber auf Rasen- und Wiesenflächen angelegt. Die Pflege dieser Flächen übernimmt in der Regel die Friedhofsverwaltung.

Es ist jedoch zu beachten, dass der Begriff der anonymen Bestattung von manchen Kommunen und Friedhöfen unterschiedlich verwendet wird. Bei einigen Friedhöfen kann man selbst bei einer anonymen Bestattung während der Beisetzung anwesend sein. Dies wäre dann jedoch nur eine teilanonyme Bestattung. Bei einer anonymen Bestattung kann es unter Umständen zu Problemen bei der Trauerverarbeitung der nächsten Hinterbliebenen kommen. Dies sollte zu Lebzeiten bedacht und innerhalb der Familie besprochen werden.

Pro:

  • Keine Grabpflege
  • Günstige Grabgebühren
  • Kein „Pilgerort“

Contra:

  • Keine namentliche Nennung an der Grabstelle
  • Beisetzung ohne Angehörigen, hieraus Trauerprobleme
  • Angehörige haben keine Möglichkeit der Grabgestaltung/Pflege
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1 Comment
  • Irene W. 21:28 9. Juli 2019 Antworten

    Wow wahnsinnig umfangreich und wirklich kurz und knackig gehalten. Klasse Arbeit!

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