Sebastian A. Götz

Bestattungsfachkraft

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Checkliste Todesfall

  • Autor: Sebastian A. Götz
  • Datum: 19/06/2018
  • Verlag: Focus
  • Kategorie: Friedhof und Bestattung

Bei einem Todesfall müssen Angehörige nicht nur mit der Trauer fertig werden. Was dann alles zu regeln ist und worauf es bei einem Sterbefall ankommt. Zur Unterstützung der Angehörigen gibt es eine Checkliste zum Download.

In Deutschland verstarben im Jahr 2016 fast 911.000 Menschen. Hinter vielen dieser Sterbefälle stehen Familienangehörige mit ihrer Trauer. Diese haben nun die schwierige Aufgabe, die Organisation der Bestattung in die Wege zu leiten.

Doch was bedeutet dies? Worauf müssen diese Menschen achten und welche Informationen sind hierbei für die Angehörigen in einer so akuten Situation, hilfreich?

  • Nahe Angehörige müssen sich laut Bestattungsgesetz um die Bestattung kümmern.
  • Bei einem Sterbefall muss ein Arzt die Leichenschau vornehmen.
  • Angehörige können Fallstricken nach einem Sterbefall vermeiden.

Bei einem Sterbefall müssen Angehörige der verstorbenen Person nicht nur an einen Bestatter wenden. Bei Eintritt des Sterbefalles in den eigenen vier Wänden müssen die anwesenden Personen, je nach Situation, den Rettungsdienst oder den Hausarzt verständigen. Der Arzt wird eine Leichenschau vornehmen und die Erkenntnisse in einer Todesbescheinigung festhalten. In Krankenhäusern und anderen Einrichtungen verständigen die jeweiligen Mitarbeiter einen Arzt. Erst mit dieser Urkunde kann die verstorbene Person durch einen Bestatter überführt werden.

Eine wichtige Telefonnummer

Tipp: Sollte der Sterbefall am Wochenende oder in der Nacht eintreten, ist der Hausarzt meist nicht zu erreichen. In diesen Fällen können Sie unter der deutschlandweit gültigen Rufnummer 116117 den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen.

Bei der anstehenden Beerdigung benötigen Sie auch, falls gewünscht, Blumenschmuck durch einen Gärtner, einen Organisten für das Orgelspiel oder einen Steinmetz für die Grabgestaltung. Gerade in der heutigen Zeit sind viele Menschen nicht Mitglied einer Kirche und benötigen daher die Dienste eines Trauerredners.

Die Trauer der Angehörigen sorgt oft dafür, dass sich die Hinterbliebenen nicht um alles kümmern können.

Kontaktaufnahme zum Bestatter

In solchen Situationen helfen den Angehörigen Bestattungsunternehmen weiter. Diese übernehmen nach einem Beratungsgespräch mit den Angehörigen die Organisation und Betreuung eines Sterbefalles.

Bestatter ihres Vertrauens regeln jedoch nicht nur bestattungsrelevante Themen, wie die Trauerfeier oder die Auswahl des Sarges. Bestattungsfachkräfte erledigen heutzutage auch meist, die mit der Bestattung in Verbindung stehenden behördlichen Botengänge (Standesamt, Friedhof, Staatsanwaltschaft, Krankenkasse) sowie private Abmeldungen und Kündigungen für sie.

Welche Unterlagen werden benötigt

Für die Beurkundung beim zuständigen Standesamt (am Sterbeort) benötigt der Bestatter von Ihnen den Personalausweis der verstorbenen Person sowie die jeweilige Personenstandsurkunde. Je nach Familienstand kann dies sein:

  • Ledig: Geburtsurkunde
  • Verheiratet: Heiratsurkunde oder Abschrift aus dem Eheregister
  • Lebenspartnerschaft: Abschrift aus dem Lebenspartnerschaftsregister
  • Verwitwet: Heiratsurkunde oder Abschrift aus dem Eheregister und Sterbeurkunde
  • Geschieden: Heiratsurkunde und Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk oder Abschrift aus dem Eheregister

Bei ausländischen Staatsbürgern, fremdsprachigen Urkunden sowie Spätaussiedlern werden zudem weitere Unterlagen und Übersetzungen benötigt.

Verträge enden nicht alle mit dem Tod: Abmeldungen und Kündigungen

Menschen schließen im Laufe ihres Lebens eine Vielzahl an Verträgen ab. Sei es aus Notwendigkeit oder persönlichem Interesse. Diese Verträge bestehen grundsätzlich erst einmal auch nach einem Sterbefall fort. Nur höchstpersönliche Rechtsgeschäfte enden automatisch mit dem Tode des Vertragspartners. Dies können zum Beispiel Vereinsmitgliedschaften oder Pflegeverträge sein.

Die oft vorliegende Meinung, dass Verträge grundsätzlich mit dem Tode enden, ist also nicht korrekt. Gerade bei einer Mietwohnung entstehen oftmals hohe Kosten. Hier können die Erben die bestehende Mietwohnung innerhalb von vier Wochen kündigen. Die Mietdauer endet dann nach der gesetzlichen Dreimonatsfrist. Auch bei Pflegeverträgen muss genau hingeschaut werden. Grundsätzlich enden diese zum Sterbezeitpunkt des Mieters. Allerdings können durch vertragliche Vereinbarungen auch Ausnahmen hiervon gemacht werden. Beispielsweise finden sich oftmals Vereinbarungen zur Hinterlegung und Aufbewahrung der persönlichen Sachen.

Renten-, Lebens- und Sterbegeldversicherung

Die Deutsche Rentenversicherung versorgt aktuell rund 25 Millionen versicherte Personen durch Rentenleistungen. Vielen dieser Menschen stehen bei einem Sterbefall des Partners Leistungen aus der Hinterbliebenenrente zu. Hierbei haben Sie auch die Möglichkeit, eine Vorschusszahlung in Höhe von drei Monatsrenten (das sogenannte Sterbevierteljahr) zu beantragen. Dieses muss jedoch innerhalb von 30 Tagen nach dem Versterben des Ehepartners beantragt werden.

Bei minderjährigen Kindern gibt es durch die Deutsche Rentenversicherung unter gewissen Voraussetzungen die Möglichkeit, eine sogenannte Halbwaisen- oder Waisenrente zu beziehen. Mit dieser Rente sollen die Kinder alleinerziehender Witwen oder Witwer unterstützt werden.

Sollte eine Lebens- oder Sterbegeldversicherung bestehen, ist dieser der Tod der versicherten Person unverzüglich anzuzeigen. Denn Versicherungsunternehmen behalten sich das Recht vor, die Todesursache überprüfen zu lassen. Die Angehörigen sollten daher nach Kenntnis des Todes unverzüglich die jeweiligen Versicherungen kontaktieren. Zur Abrechnung der versicherten Leistungen wird eine Sterbeurkunde sowie der originale Versicherungsschein benötigt. Dieser muss an die Versicherung gesandt werden. Es empfiehlt sich, den Versicherungsschein zu kopieren und die Originalunterlagen per Einschreiben zu versenden.

Erben, Schulden und Steuern

So individuell das Leben einer Person ist, so einzigartig ist auch sein wirtschaftliches und familiäres Vermächtnis. Heutzutage haben die Menschen vielfältige Möglichkeiten, ihr Erbe weiterzugeben. Sei es durch ein notarielles Testament oder einen Ehevertrag. Vielen genügt auch die gesetzliche Erbfolge. Grundsätzlich müssen bei einem Sterbefall Testamente unverzüglich an das Nachlassgericht abgeliefert werden. Sollten Erben das Erbrecht nicht nachweisen können, müssen diese beim Nachlassgericht einen Erbschein beantragen.

Falls der Nachlass überschuldet oder es private Gründe für ein Ablehnen des Erbes gibt, so muss diese Erbausschlagung innerhalb von sechs Wochen ab Kenntnisnahme des Todes stattfinden. Nur bei Auslandsbezug kann sich diese Frist auf sechs Monate verlängern. Die Ausschlagung des Erbes kann zur Niederschrift des Nachlassgerichtes erfolgen oder durch einen Notar beglaubigt werden. Nach dieser Frist besteht für die Erben die Möglichkeit, ein Nachlassinsolvenzverfahren zu beantragen. Dieses bewirkt, dass Gläubiger des verstorbenen Schuldners nur aus dem Nachlass befriedigt werden. Es bestehen also, trotz der Annahme der Erbschaft Möglichkeiten, den finanziellen Verlust zu begrenzen.

Bei einer Erbschaft mit Vermögenswerten muss dies der Erbe innerhalb einer Frist von drei Monaten dem Finanzamt anzeigen. Zuständig ist in diesem Fall das Finanzamt des Erblassers, nicht des Erbenden! Das Finanzamt kann daraufhin den Erben zu einer Erbschaftssteuererklärung auffordern. Bei einem durch ein Gericht oder Notar eröffnetem Testament und Erbvertrag entfällt diese Erklärung.